Rückbildung? Juhu! Ganzkörpertraining nicht nur für den Beckenboden
Acht Wochen Wochenbett und dann endlich loslegen – dachte ich. Ich war hochmotiviert und bereit für die Rückbildung. Naja…fast. Meine Kaiserschnittnarbe hatte da leider noch ein kleines Wörtchen mitzureden.
Also wartete ich brav, übte ein bisschen zuhause und zählte die Tage bis zum offiziellen Rückbildungskurs. Start: Woche 10.
Dann kam er – der große Moment der ersten Kursstunde. Ich freute mich. Ich war aufgeregt. Ich war bereit. Und dann sagte die Hebamme: „Ganz entspannt, Lindex. In der ersten Stunde lernen wir uns erstmal alle kennen, bevor wir starten.“
Achso, na klar. Reden. Also lernte ich die anderen Mamas und ihre wunderschönen Babys kennen. Ich kenne jetzt alle Geburtsberichte,- gewichte und -zeiten. Und natürlich kennen auch alle meine Geschichte. (Ja, vielleicht gibt es dazu sogar auch nochmal einen Beitrag.)
Dann wurde es ernst. Und sehr schweißtreibend. Die Übungen begannen schneller als gedacht uns ich hätte mir dann doch gewünscht sich noch länger zu unterhalten. Und ich sage es, wie es ist: Ich habe geschwitzt wie ein Schwein und hatte Todesmuskelkater am nächsten Tag.
Ich, die untrainierte Maus, stand völlig wackelig auf einem Bein, Knie natürlich leicht gebeugt, Rücken gerade und bloß kein Hohlkreuz. Becken nach vorne und Kinn nach oben. Wie zur Hölle sieht das bitte aus?! Und dann – Überraschung – die andere Seite natürlich auch noch.
Nach 90 Minuten war ich ein körperlicher Totalschaden. Beine müde, Rücken schmerzend, Bauch brennend. Und dann noch die Kontrolle der Rektusdiastase. Toll.
Als wäre das nicht alles schon genug, bekam ich natürlich noch Hausaufgaben. Laut Hebamme, sollte ich die Übungen bitte täglich wiederholen. Na klar. Zwischen Stillen, Spucken, auf mir schlafen und nicht ablegen können und dem eigenen Schlafmangel – da mach ich nochmal schnell eine Planke.
Aber mal ehrlich: Dieser Kurs war härter als jede Fitnessstudioeinheit. Hut ab an uns Frauen! Und ein extra Dankeschön an die Hebammen: Denn die machen das nicht nur mit uns nach der Schwangerschaft, sondern mit anderen Frauen gefühlt jedes Jahr.
Und ich? Ich meckere vielleicht im Kurs und habe am nächsten Tag einen Hass auf meine Hebamme aufgrund von Muskelkater aber bin auch sehr dankbar, dass es ihn gibt.
Für meinen Körper. Für meinen Kopf. Für mein Ich.
