Kindergeburtstag mal anders: Mit der Kräuterhexe durch Berlin
Wir haben September.
Das bedeutet bei uns vor allem eins:
Geburtstagsmonat. 🎂
Verwandte haben Geburtstag. Freunde haben Geburtstag. Ich habe Geburtstag. Und meine große Tochter ebenfalls.
Eigentlich ein wunderschöner Monat.
Eigentlich. 😅
Denn jedes Jahr aufs Neue bedeutet der September für mich auch ziemlich viel Stress. Und gerade bei der Organisation des Geburtstags meiner Tochter schaffe ich es zuverlässig, mich selbst unter enormen Druck zu setzen.
Was machen wir?
Wo feiern wir?
Was brauchen wir?
Was essen die Kinder?
Was muss vorbereitet werden?
Und natürlich soll es am Ende ein richtig schöner Tag für sie werden.
In den vergangenen Jahren führte genau dieser Anspruch allerdings regelmäßig dazu, dass ich selbst irgendwann völlig gestresst zwischen Kuchen, Deko, Spielen und Organisation stand.
Dieses Jahr sollte das anders werden.
Mein Plan war deshalb ziemlich eindeutig:
Ich outsource den Kindergeburtstag.
Der Geburtstagswunsch: eine Kräuterhexe
Also fragte ich meine Tochter, was sie sich für ihren Geburtstag wünschen würde.
Ihre Antwort war ziemlich eindeutig:
Sie wollte etwas mit Kräutern machen.
Am liebsten eine richtige Kräuterhexe treffen, verschiedene Kräuter kennenlernen und daraus anschließend Seife, Limonade oder etwas Ähnliches herstellen.
Okay.
Eine Kräuterhexe also. 🌿🧙♀️
Keine Ahnung, woher diese ausgeprägte Affinität zur Natur kommt.
Von mir hat sie das jedenfalls nicht. 😅
Aber gut. Kräuterhexe gesucht.
Wie schwer kann das schon sein?
Spoiler:
Ziemlich schwer.
Einmal quer durch Berlin auf der Suche nach einem Kindergeburtstag
Ich begann also zu recherchieren.
Domäne Dahlem.
Botanischer Garten.
Grunewald.
Und noch einige andere Angebote in und um Berlin.
Das Problem?
Wir sprechen vom September.
Dem Geburtstagsmonat schlechthin.
Natürlich waren viele der passenden Angebote bereits ausgebucht.
Langsam wurde ich etwas verzweifelt.
Aber eine Sache stand für mich trotzdem fest:
Ich werde diesen Geburtstag nicht selbst organisieren.
Ich wollte nicht wieder kurz vorher anfangen, mir selbst irgendwelche Stationen auszudenken, Materialien zu bestellen, Kräuter zu recherchieren und am Ende vermutlich nachts um 23 Uhr kleine Kräuterkärtchen auszuschneiden.
Nein.
Dieses Jahr nicht. 😂
Und dann wurde ich endlich fündig.
Ein Kräutergeburtstag im Volkspark Friedrichshain
Bei StadtNatur Berlin e. V.* fand ich schließlich ziemlich genau das Angebot, das sich meine Tochter vorgestellt hatte. Ok, es war keine Kräuterhexe aber eine ziemlich schlaue Frau, die genau wusste, wie die Mädels ihren Spaß bekommen.
Ein Kindergeburtstag rund um Wildkräuter – draußen im Volkspark Friedrichshain.
Nach meiner anfänglichen Skepsis – die ich übrigens bei solchen Buchungen grundsätzlich habe – war ich am Ende wirklich positiv überrascht.
Los ging es mit einer gemeinsamen Kräutersuche durch den Park.
Die Kinder lernten verschiedene Wildkräuter kennen, durften sie anfassen und teilweise sogar probieren.
Und jedes Kind konnte sich dabei seinen eigenen kleinen Kräutergarten zusammenstellen.
Allein dabei waren sie schon vollkommen in ihrem Element.
Vom Wildkraut zum eigenen Kräutersalz
Danach ging es auf eine Wiese.
Die Kinder setzten sich auf Decken und bekamen Mörser, Kräuter und Salz.
Und dann wurde gemörsert.
Und gemischt.
Und natürlich zwischendurch ausgiebig begutachtet, was die anderen so zusammengemischt hatten. 😅
Am Ende hatte jedes Kind sein eigenes Kräutersalz hergestellt.
Weil es ihnen so viel Spaß gemacht hat, durften sie sogar noch eine zweite Tüte herstellen.
Und natürlich wurde alles stolz eingepackt und später mit nach Hause genommen.
Kleine Kräuterfeen bei der Seifenherstellung
Danach kam wahrscheinlich einer der schönsten Programmpunkte:
Die Kinder stellten ihre eigene Kräuterseife her.
Und dieses Bild werde ich wahrscheinlich noch eine ganze Weile im Kopf behalten.
Da saßen sie alle gemeinsam auf ihrer Decke – wie kleine Kräuterfeen – und rieben konzentriert ihre Seife klein.
Anschließend wurden die zuvor gesammelten Blüten und Kräuter untergemischt.
Jedes Kind konnte daraus seine ganz eigene Seifenfigur formen.
Keine sah aus wie die andere.
Und genau das war so schön daran.
Sie hatten nicht einfach irgendein fertiges Mitgebsel bekommen, sondern etwas selbst hergestellt, auf das sie richtig stolz waren.
Und natürlich durfte ein kleiner Schatz nicht fehlen
Zum Abschluss wartete noch eine Kräuterschatzsuche auf die Kinder.
Dabei gab es kleine Goodies zu entdecken und damit noch einmal einen schönen Abschluss für die drei Stunden im Park.
Und dann war es tatsächlich schon vorbei.
Drei Stunden Kindergeburtstag.
Draußen.
Mit Kräutern, kleinen Experimenten, selbst gemachten Produkten und einer ganzen Menge glücklicher Kinder.
Und ich?
Ich hatte tatsächlich Zeit, den Geburtstag meiner Tochter mitzuerleben.
Mein eigentliches Learning dieses Geburtstags
Vielleicht war genau das für mich am Ende fast genauso schön wie für meine Tochter.
Ich musste nichts vorbereiten.
Ich musste keine Spiele moderieren.
Ich musste nicht ständig überlegen, was als Nächstes passiert.
Ich musste nicht drei Stunden lang dafür sorgen, dass alle Kinder beschäftigt sind.
Ich durfte einfach dabei sein.
Natürlich gab es rund um den Geburtstag trotzdem genug zu organisieren.
Aber den größten Teil des eigentlichen Programms hatte dieses Mal jemand anderes übernommen.
Und wisst ihr was?
Die Welt ist nicht untergegangen. 😉
Im Gegenteil.
Meine Tochter hatte einen wunderschönen Geburtstag.
Ihre Freundinnen hatten Spaß.
Sie haben nebenbei sogar etwas über die Natur gelernt und konnten am Ende ihre selbst gemachten Sachen mit nach Hause nehmen.
Und selbst wir Erwachsenen haben noch das ein oder andere über Wildkräuter gelernt.
Vor allem aber war ich nach diesen drei Stunden nicht vollkommen fertig.
Ich muss nicht jeden Kindergeburtstag selbst perfekt machen
Vielleicht ist das etwas, das ich mir für die nächsten Geburtstage merken sollte.
Ich muss nicht alles selbst machen, damit es persönlich oder besonders wird.
Manchmal darf ich Aufgaben abgeben.
Manchmal darf jemand anderes das Programm übernehmen.
Und manchmal darf ich einfach die Mama sein, die danebensteht und zusieht, wie ihr Kind gerade einen richtig schönen Geburtstag erlebt.
Ohne Ablaufplan in der einen und Bastelmaterial in der anderen Hand.
Alles in allem war der Kräutergeburtstag für uns wirklich eine schöne Erfahrung und vor allem etwas ganz anderes als der klassische Kindergeburtstag.
Und wenn euer Kind ebenfalls gerne draußen ist, sich für Natur interessiert oder einfach einmal etwas Neues ausprobieren möchte, ist so ein Kräutergeburtstag definitiv eine Idee, die man sich einmal anschauen kann.
Meine Tochter jedenfalls war glücklich.
Und ich?
Ich habe vielleicht endlich verstanden, dass Outsourcen nicht bedeutet, dass ich mir weniger Mühe gebe.
Manchmal bedeutet es einfach, dass ich mir selbst die Chance gebe, den Moment ebenfalls zu genießen. 🌿🤍
*unbezahlte Empfehlung -wir haben das Angebot selbst gebucht und bezhalt.
