Wenn ich fliehen will – Gedanken aus der Elternzeit

Ich sitze auf meiner Couch. Meine kleine Tochter liegt auf meinem Arm und schläft ein. Ich darf mich nicht bewegen – geschweige denn sie ablegen.

Und plötzlich überrollt es mich wieder:

Diese Leere.

Diese Angst.

Diese Tränen, die ohne Vorwarnung hochschießen.

Ich liebe meine Kinder. Ich liebe sie über alles.

Aber manchmal – manchmal will ich einfach nur fliehen.

Für vier Wochen. Nur ich.

Kein Mann. Keine Kinder. Keine Wäscheberge. Keine Verantwortung.

Nur ich – in meinem alten Leben, in dem ich schlafen konnte, ohne geweckt zu werden.

In dem ich Entscheidungen traf, ohne zehn andere Bedürfnisse vorher zu erfüllen.

Und dann frage ich mich:

Was ist los mit mir?

Ich wollte dieses Leben.

Ich wollte diesen Mann. Ich wollte diese zwei wundervollen Töchter.

Warum also fühle ich mich manchmal so unendlich traurig?

Warum überkommt mich dieses Bedürfnis, wegzulaufen – einfach nur weg von allem?

Gerade jetzt, in der Elternzeit, wo die Hormone Achterbahn fahren, merke ich, wie tief mich diese Stimmung manchmal runterzieht. Und ich frage mich:

Liegt es an den Hormonen?

Bin ich zu sensibel?

Bin ich undankbar?

Ich weiß, was helfen könnte: Zeit für mich. Ruhe. Selbstfürsorge.

Aber mal ehrlich – wann genau passiert das wirklich?

Ja, ich könnte ein Entspannungsbad nehmen. Ich könnte spazieren gehen.

Aber da ist diese Stimme in meinem Kopf:

„Beeil dich. Die Kleine braucht bald eine Flasche. Die Große will mit dir spielen. Die Wäsche wartet.“

Ich schalte nicht ab. Ich kann nicht abschalten.

Nie ganz. Nie tief.

Und während ich weiter unbeweglich auf dieser Couch sitze, mit meinem schlafenden Baby auf dem Arm, rutsche ich tiefer in diese Traurigkeit.

In der Hoffnung, dass es morgen besser wird.

Ich weiß, dass sich etwas ändern muss.

Denn so – genau so – möchte ich nicht zerbrechen.

Geht es dir auch so?

Fühlst du dich manchmal genauso verloren – mitten im Glück, das du dir gewünscht hast?

Dann bist du nicht allein.

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