Wenn aus einem Hobby plötzlich Berufung wird

Als Kind war mein großer Traum, irgendwann ein eigenes Hotel zu besitzen oder ein Restaurant zu führen.

Ich stellte mir vor, wie ich Menschen empfange, Räume gestalte, Essen serviere und einen Ort erschaffe, an dem sich andere wohlfühlen.

Doch mit der Zeit wurde dieser Traum immer leiser.

Ich wurde älter, kam mehr in der Realität an und merkte irgendwann: Das, was ich mir als Kind ausgemalt hatte, entsprach gar nicht mehr dem Leben, das ich wirklich führen wollte.

Also entschied ich mich für einen sicheren Beruf im Büro.

Und ziemlich schnell merkte ich, dass mir vor allem die Arbeit mit Menschen Freude bereitet. Ich bildete mich weiter und landete schließlich in der Personalabteilung.

Ich liebte meine Arbeit im Recruiting und Bewerbermanagement.

Bewerbungen lesen. Gespräche führen. Menschen kennenlernen. Herausfinden, wer zu welcher Stelle passt. Ich hatte das Gefühl, angekommen zu sein.

Meine Karriere im HR-Bereich ging nach oben und ich war mir zu 100 Prozent sicher:

Das ist mein Weg.

Hier werde ich bleiben.

Dann stieg mein Wunsch nach einem zweiten Kind, ich machte eine Therapie und bekam schließlich meine zweite Tochter.

Ich ging ins Beschäftigungsverbot, später in Elternzeit. Und während mein Alltag plötzlich langsamer und gleichzeitig voller wurde, passierte etwas mit mir.

Ich begann zu merken, dass ich mir dieses alte Bild von meinem Berufsleben nicht mehr so richtig vorstellen konnte.

Natürlich bleibt man oft aus Sicherheitsgründen in einem Job.

Wegen der Familie. Wegen des Geldes. Wegen der Verantwortung. Wegen all der Dinge, die im echten Leben eben eine Rolle spielen.

Und trotzdem wurde da in mir etwas lauter.

Ich fing an zu schreiben.

Erst waren es Gedanken, die einfach irgendwo rausmussten. Dann wurden es Texte. Geschichten. Ideen.

Ich schrieb Geschichten für Kinder, um ihnen Mut zu machen. Um ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Um ihnen zu zeigen, dass sie genau richtig sind, wie sie sind. Und verarbeite dabei meinen Alltag mit meinen Kindern und meine Wünsche für ihre Zukunft.

Ich schrieb meine eigenen Traumata auf leere Seiten und merkte, dass ich beim Schreiben Dinge verarbeiten konnte, für die ich vorher oft keine Worte hatte. Erfahrungen und Probleme, mit denen ich noch zu kämpfe habe.

Und irgendwann entstand daraus mehr.

Mein Blog. Der nun endlich veröffentlicht ist.

Meine Bücher. Die darauf warten von anderen Menschen gelesen zu werden.

Meine Herzensprojekte. Die anderen Menschen helfen können.

Mit all dem verdiene ich aktuell kein Geld.

Im Gegenteil.

Ich investiere Zeit, Energie, Freizeit und oft auch meine Me-Time. Ich arbeite daran, wenn andere schlafen. Wenn die Kleine auf mir liegt. Wenn ich eigentlich müde bin. Wenn der Alltag schon längst genug von mir verlangt hat.

Und trotzdem liebe ich es. Es erfüllt mich mit Glück, Freude und einem inneren Gefühl, das mir sagt, ich mache alles richtig.

Dieses Gefühl kannte ich vorher nicht so.

Mit nichts, außer natürlich meiner Familie, verbringe ich lieber meine Zeit.

An meinem Blog zu arbeiten. Meine Gedanken aufzuschreiben. Meine Gefühle zu sortieren. Texte zu veröffentlichen. Geschichten weiterzuentwickeln. Zu sehen, wie die Augen meiner Tochter leuchten, wenn sie meine Figuren und Ideen kennenlernt.

Das erfüllt mich mit so viel Dankbarkeit und Liebe, dass es mir manchmal schwerfällt, meinen eigentlichen Job noch als meinen Hauptweg zu sehen.

Und vielleicht ist genau das Berufung.

Nicht unbedingt etwas, das sofort Geld bringt.

Nicht unbedingt etwas, das von außen direkt verstanden wird.

Nicht unbedingt etwas, das immer leicht ist.

Sondern etwas, zu dem man immer wieder zurückkehrt.

Etwas, das einen ruft, auch wenn man müde ist.

Etwas, das Freude macht, obwohl es Arbeit ist.

Etwas, für das man freiwillig Zeit findet, obwohl der Alltag eigentlich voll genug ist.

Mittlerweile habe ich sogar einen richtigen Redaktionsplan. BlogMittwoch, KlartextFreitag, AffirmationsMontag, LieblingsDienstag, Pinterest, Instagram, TikTok. Manchmal klingt es selbst für mich verrückt, wie viel daraus geworden ist.

Aber ich liebe es.

Ich liebe es, meine Gedanken mit euch zu teilen.

Ich liebe es, aus Erlebtem Worte zu machen.

Ich liebe es, wenn aus einer Idee plötzlich ein Artikel, ein Beitrag oder sogar ein ganzes Buchprojekt entsteht.

Und ich hoffe wirklich, dass irgendwann der Moment kommt, in dem ich euch voller Stolz meine Bücher präsentieren kann.

Meine Geschichten.

Meine Herzensprojekte.

Meine Berufung.

Und jetzt, wo ich dieses Gefühl gefunden habe, wünsche ich mir von Herzen, dass auch du deine Berufung findest.

Oder vielleicht hast du sie längst gefunden.

Vielleicht ist es etwas Kreatives. Vielleicht etwas Soziales. Vielleicht etwas, das niemand auf den ersten Blick versteht, aber dein Herz jedes Mal ein bisschen heller macht.

Wenn du magst, schreib es mir gern in die Kommentare:

Worin hast du dein Glück gefunden?

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