Spieler-Mama statt Spielerfrau



Einen passenden Sportkurs für das eigene Kind zu finden, ist nicht einfach. Natürlich möchte ich, dass meine Tochter alles ausprobieren darf, worauf sie Lust hat. Aber ein bisschen Disziplin und Selbstständigkeit wären schon schön.

Wir waren inzwischen bei sieben (!) verschiedenen Kursen – und irgendwie will der Funke bei keinem so richtig überspringen. Mache ich mit ihr zu Hause Zumba oder Yoga vor dem Fernseher, hat sie einen Riesenspaß. Aber natürlich soll sie auch mit anderen Kindern zusammen tanzen, turnen, lachen – so richtig unter Gleichaltrigen eben.

Also sitzen wir jetzt in einer überteuerten Tanzschule. Ich bin umgeben von Müttern, die mindestens drei bis fünf Kinder haben – jedes in einem anderen Kurs. Die Luft riecht nach Pausenbrot, Kinderfüßen und Ehrgeiz. Und ich? Ich sitze am Rand und beobachte meine kleine, große Maus, wie sie mit Freude zu „Moulin Rouge“ tanzt. Ganz ehrlich: Ich dachte, ich höre nicht richtig.

Und während ich da so sitze, frage ich mich: Bin ich jetzt eine Spielerfrau? Also eine Spieler-Mama sozusagen? Nur dass es bei uns eben nicht exklusiv ist – sondern eher durchgeschwitzt, leicht überfordert und zwischen den Terminen gequetscht.

Und dann könnte man die Zeit eigentlich sinnvoll nutzen – vielleicht zum Lesen, Arbeiten oder um sich einfach mal mit anderen Müttern auszutauschen. Aber auch das will irgendwie nicht so recht funktionieren. Statt angeregtem Gespräch: betretenes Schweigen. Wir sitzen schweigend nebeneinander, beobachten gemeinsam die Kinder und schmunzeln höchstens mal kurz vor uns hin. Am Ende steht jede Mutter auf, nickt vielleicht noch freundlich – und geht wieder ihrer Wege.

Warum ist es so schwer, sich gegenseitig zu unterstützen? Warum nicht einfach mal über den eigenen Schatten springen und losquatschen? Vielleicht entsteht ja was Schönes – oder eben nicht. Aber das weiß man halt nie vorher. Mich hält oft zurück, dass ich nicht weiß, ob mir mein Gegenüber liegt – aber hey, so ist das Leben.

Am Ende zählt doch eigentlich nur eins: dass unsere Kinder glücklich und gesund sind. Und falls jemand Tipps hat, wie man die Wartezeit am besten übersteht – her damit. Ich bin offen für alles, außer Langeweile.

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