Wenn Väter überstimuliert sind: Erfahrungen und Erkenntnisse
Heute möchte ich etwas mit euch teilen, das mich als Mutter und Frau eher indirekt betrifft – und ehrlich gesagt bin ich davon immer noch ein bisschen überrascht und überfordert.
Es geht um Überstimulation bei Männern.
Ja, richtig gelesen.
Die meisten kennen dieses Thema wahrscheinlich eher von Müttern – besonders in der Stillzeit oder allgemein in der Babyphase. Dieses Gefühl, den ganzen Tag körperlich gebraucht zu werden. Zu viel Nähe, zu viel Körperkontakt, zu viele Berührungen. Und abends möchte man einfach nur noch seinen eigenen Körper zurückhaben.
Keine Hände.
Kein Kuscheln.
Keine weiteren Bedürfnisse.
Einfach kurz nur man selbst sein.
Als mein Mann mir genau dieses Gefühl beschrieben hat, war ich ehrlich gesagt überrascht. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
Natürlich bin ich unglaublich dankbar, dass er unsere kleine Maus fast jeden Abend ins Bett bringt. Sie bekommt von ihm die letzte Flasche und schläft auf ihm und unserem Wunder-Stillkissen, was wir auch liebevoll „unsere Banane“ nennen ein. Erst ungefähr eineinhalb Stunden später legt er sie in ihr Bettchen.
In dieser Zeit habe ich Ruhe. Ich kann duschen, schreiben, lesen oder einfach mal kurz durchatmen.
Doch danach wünsche ich mir oft Zeit mit meinem Mann. Nähe. Gespräche. Kuscheln. Einfach wieder „wir“.
Und genau dann sagt er mir manchmal, dass er überstimuliert ist. Dass er keinen Nerv mehr auf Berührungen hat.
Und plötzlich musste ich schlucken.
Denn dieses Gefühl kenne ich selbst nur zu gut aus der Stillzeit und den ersten Monaten mit Baby. Dieses innere „Bitte fasst mich gerade einfach niemand mehr an.“
Deshalb konnte ich ihn irgendwo verstehen.
Und trotzdem war ich überrascht, weil ich nie darüber nachgedacht hatte, dass Männer dieses Gefühl genauso erleben können.
Vielleicht sprechen sie nur seltener darüber.
Vielleicht nehmen wir es einfach weniger wahr.
Oder vielleicht vergessen wir manchmal, dass auch Papas emotional und körperlich erschöpft sein können.
Kennt ihr dieses Thema?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit euren Partner:innen gemacht? Ich bin wirklich gespannt auf eure Gedanken dazu.
